Eine Frage, die ich mir heute durch einen Vortrag heute wirklich ernsthaft stelle ist – Wie will ich eigentlich sein? Wie will ICH wirklich sein? Ich finde, dass ich diese Frage wirklich mit bewusster Neugier an mich selbst stellen muss denn ich weiß manchmal selbst nicht einmal, wer ich überhaupt bin. Also ist es doch wichtig zu wissen, wie ich sein möchte. Wie ICH sein möchte und nicht, wie andere mich haben möchten. Denn da liegt der Knackpunkt. Ich erinnere mich daran, was ich mir für eine Mühe gegeben habe, anderen zu gefallen. Schick auszusehen, abzunehmen, gestylt zu sein. Ich bin ja nicht einmal mehr ungeschminkt aus dem Haus und habe eine mittelschwere Kriese bekommen, wenn mich jemand etwas “seltsam” angeschaut hat.

Ich habe jedes noch so doofe Spruchbild über mollige Frauen auf mich bezogen und mich schlechter und schlechter gefühlt. Nein, ich fühle mich noch nicht besser aber daran arbeite ich und darum denke ich, dass die Frage “Wie will ich eigentlich sein” für mich sehr wichtig und auch richtig ist, für meinen weiteren Weg.

Das bin ich!

So, wie auf dem Bild oben bin ich. Ich bin etwas mopsig (wieder) und habe gute und auch schlechte Tage. Ich habe Ängste (wie viele andere auch nur eben ausgeprägter), bin sehr empathisch und sensibel, habe Depressionen und bin zwischendurch in einem ganz tiefen Loch. Aber warum ist das denn so? Genau darüber habe ich mir meine Gedanken gemacht und ich glaube, dass ich jetzt weiß, wieso das so ist.

Dumme Sprüche können sensible Menschen zerstören…

…und einen Teil haben sie in mir zerstört! In der Klammer steht, wie ich nun denken lerne und was ich dazu sagen werde, falls es nochmal passieren sollte 😉

  • Guck mal die Dicke da! (Ja, Marcel – das vergesse ich niemals in meinem Leben…wegen Dir bin ich jetzt seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr schwimmen gegangen!)
  • Yvonne die Tonne (sehr einfallsreich…muss ich sagen)
  • Geh mit Deinem fetten Arsch da weg (Aber selbst wie Buddha auf der Couch hocken!)
  • Fetter Otter (Besser ein fetter Otter als ein Freaggle)
  • Deutsche Panzer rollen wieder (Klar – Komm her, ich mach Dich platt!)
  • Sowas wie Dich hätte es damals nie gegeben (Was bin ich froh, dass ich zu den Zeiten nicht gelebt habe denn sonst wäre ich jetzt richtig alt!)
  • Beim Onlinedating haben Männer Angst, dass die Frau fett ist (habe ich zum Glück eh nicht nötig!)
  • Eigentlich hast Du ja ein hübsches Gesicht…aber… (Ich weiß, dass ich hübsch bin!)
  • …wie gesagt – keiner will mit dicken Frauen fi***en (doch, mein Mann…)
  • …dünne Frauen denken sie wären mollig. Mollige Frauen denken, sie wären fett. Fette Frauen denken, sie müssten Leggings tragen. (und dumme Menschen dürften niemals reden!)
  • Seid nett zu dicken – sie könnten Euch eines Tages das Leben retten. (Siehste – hat doch was!)
  • Im Sommer spendet sie Schatten, im Winter hält sie warm (Noch mehr Vorteile…ist doch nett)
  • Du bist ganz schön…ähm…gut gebaut. (Arschloch!)
  • Die sitzt bestimmt auch nur auf der Couch und stopft Essen in sich rein. (Klar – von morgens bis abends…)
  • Psst – der darf man nicht sagen, dass sie zugenommen hat. Sonst bekommt sie ne Panikattacke. (Ähm…*vogelzeig*)
  • Bist Du wieder schwanger? Bist ganz schön fett… (sagte der, der nun aussieht, wie ne Tonne und total ungepflegt ist… )
  • u.s.w.

Solche Sprüche habe ich oft selbst gehört oder lesen müssen. Die Blicke gespürt und das Tuscheln gehört. Ich habe schon oft gesagt bekommen, dass ich so schlimm ja gar nicht aussehe und die, die so über mich reden eben nicht viel im Kopf haben. Ja, das stimmt. Trotzdem verletzt es mich.

Wie oder wer möchte ich denn sein?

Möchte ich schlank und hübsch sein? Möchte ich ein anderer Mensch sein? Möchte ich mich verändern?

Die Frage ist hier – warum würde ich denn schlank und hübsch sein wollen? Warum wäre ich gerne ein anderer Mensch und für wen würde ich mich dann verändern? Für mich? Nein, natürlich nicht. Auch, wenn ich es selbst sage: “Ja, ich will für mich abnehmen, damit ich mich wieder mag und schön finde”, ist es eigentlich nicht die Wahrheit. Denn ich möchte, dass die blöden Sprüche aufhören. Dass ich nicht mehr das Gefühl habe, dass eben über mich getuschelt wird. Ich möchte nicht jedes noch so unglaublich unterbelichtete Spruchbild auf mich beziehen. Ja natürlich ist das alles mein persönliches Problem. ich könnte da auch drüber stehen. Aber nein, ich kann es eben nicht. Und genau das soll sich ändern.

Der Schlachtplan!

Zuerst muss ich aus meiner depressiven Phase wieder raus und das ganz schnell. Dann möchte ich Selbstbewusstsein aufbauen. Ich möchte auch wieder Sport treiben und mich gesund ernähren. Wer meinen letzten Post gelesen hat weiß, dass ich wieder bei den Weight Watchers bin. Ist für den Übergang auch ganz gut so…finde ich. Bisschen Unterstützung schadet nämlich nicht. Ich nehme seit dem Wochenende wieder Johanniskraut und Baldrian. Vor allem aber um meine Stimmung wieder in den Griff zu bekommen. Was da los ist, erzähle ich Euch die Tage mal… Aber nun lasse ich meine innere Kampfsau wieder raus. Ich habe die Nase voll von dem ganzen Quatsch. Ja, ich will mich wohlfühlen und daran arbeite ich aber ICH will MICH wohlfühlen. Für mich und für keinen anderen. Wer mich so nicht mag, wie ich bin, der kann mir ehrlich gesagt gestohlen bleiben. Lasst die Sprüche sein oder noch besser – verschluckt Euch daran! Ich weiß, wer zu 100% zu und hinter mir steht. Mich so liebt, wie ich bin. Ob ich Übergewicht habe oder gut abgenommen habe. Ob ich depressiv oder eben mal glücklich bin.

Ich will einfach ich sein dürfen!

Und genau das will ich – einfach ich sein dürfen. Wie ich eben bin. Mit all meinen Macken, Ecken und Kanten. Mit einigen Kilos mehr oder weniger, mit Ängsten, mit Panik, mit Depressionen. Mit glücklichen Tagen, mit albernen Tagen. Wenn ich heule oder lache. Wütend bin oder verrückt. Lache oder weine… Ich will mich nicht beeinflussen lassen. Weder von Medien, noch von der Mode oder von bescheuerten Menschen, die einfach nur oberflächlich sind und weiter nichts in der Birne haben.

Wohlfühlen, zufrieden sein – Das sollte oberste Priorität haben!

Im Leben passieren so viele Dinge, mit denen wir nicht rechnen und dann einfach da stehen und nicht mehr weiter wissen. Wir verlieren geliebte Menschen oder werden einfach so verlassen. Wir müssen einige Hürden im Leben bewältigen, die wirklich wichtig sind und über die man nachdenken sollte. Die banalen Dinge, diese oberflächlichen Menschen sollte man einfach aus seinem Leben streichen. Ich werde es nun tun. ich werde mich jetzt um mich selbst kümmern. Ich arbeite an mir selbst. Ich möchte aus den Depressionen raus, möchte mich wieder anfassen und ansehen können ohne das ich mich selbst vor mir ekle (dank den tollen Sprüchen hab ich da wirklich einen richtigen Knall bekommen) und ich möchte ich sein. Wer damit nicht zurecht kommt, hat in meinem Leben nichts verloren. Es gibt Menschen, denen ich als Mensch wichtig bin und die zeigen mir täglich, dass ich so absolut perfekt bin, wie ich bin.

 

Alles andere ist nun meine persönliche Sache.

 

Was ist mir wichtig und wie will ich denn nun sein?

Das war jetzt wieder viel durcheinander aber so sieht es momentan in meinem Kopf aus. Dieser muss dieses Jahr mit vielen Dingen zurecht kommen, mit denen wirklich kein Mensch gerechnet hätte. Aber auch das schaffe ich…irgendwie. Mir ist meine Familie wichtig. Nein – Meine Familie ist mein Leben! Mir sind die Menschen wichtig, die mich so nehmen, wie ich bin.

Und wer ich am Ende sein will ist ganz einfach – ICH!

Und wenn ich für mich abnehmen möchte ist es eben der Grund, dass es zu meinem ICH dazu gehört. Wenn ich weinen möchte, gehört es auch dazu genau so wie es dazu gehört, wenn ich mal wieder austicke und am Jammern bin.

Denn genau das bin ich. Genau diese Person will ich dann in dem Moment auch sein. Und wie ich wieder zu meinem Ich werde? Das werde ich Euch immer wieder mal berichten. ich glaube, dass ich trotz allem schon einige Fortschritte gemacht habe. Und wisst Ihr was? Darauf bin ich sogar schon ein bisschen stolz 😉

 

Ich danke allen, die mich lieben, wie ich bin! Ich liebe Euch!!!

 

Eure Frozen

1 comment on “Wie will ich eigentlich sein?”

  1. Du hast so recht, liebe Yvonne. Depressionen sind schlimm, noch schlimmer sind Menschen die ohne Empathie sind. Die stoßen uns noch weiter in die Depression. Aber nur so lange, wie wir ihnen so viel Macht einräumen. Nimm ihnen diese Macht. Ich weiß, das ist nicht leicht und geht auch nicht von heute auf morgen. Doch ich weiß, du schaffst das!

    Ich schicke dir eine feste Umarmung. ❤️

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