Tiere sind mir wahnsinnig wichtig und gehören zu meinem bzw. unserem Leben dazu. Ich würde auch einiges tun, damit es Tieren gut oder wieder besser geht. Das weiß bei uns jeder. Am Dienstag klingelte sehr früh mein Handy. Mein Bruder rief mich an und ich dachte, es wäre irgendwas passiert. Er fragte mich, ob ich Zeit und Platz hätte. Zeit aktuell ja, da meine Stunden für Montag, Samstag und Sonntag aufgeteilt wurden. Platz  – kommt darauf an, um was es geht. “Komm mal raus – Ich habe eine kleine, verletzte Elster gefunden” sagte er. Schlaftrunken und im Schlafanzug machte ich mich dann auf den Weg in unseren Garten.

Da mein Bruder nebenan wohnt, ist das ja kein wirklich weiter weg gewesen. Gut, wenn man nicht richtig wach ist, kann es einem schon weit vorkommen und…ach, lassen wir das.

Mein Bruder hielt einen kleinen Karton in der Hand. “Zum Glück habe ich sie vor Clea gefunden!” sagte er. Ja, Clea ist ein großer Labbi und sie hat immer Hunger. Zudem jagt sie gerne. Aus dem Grund waren wir alle froh, dass Clea das kleine Bündel Elend nicht zuerst gefunden hat. Ich schaute in den Karton und sah wirklich ein kleines Bündel Elend. Eine ganz kleine, verletzte Elster. Ich nahm sie mir zu mir und überlegte, wo ich sie nun am Besten hinsetzen könnte. Dazu nahm ich dann unsere Transportbox von unseren eigenen Vögeln (falls man mal zum Tierarzt muss, sollte man die immer griffbereit haben) und stellte Ihr Wasser und ein Stück Apfel dazu.

 

Kleine Elster in Not

 

Es sah nicht gut aus…

Ich habe sie erst einmal ganz in Ruhe gelassen und bin mit meiner Mum und ihrem Labbi Happy eine Runde spazieren gegangen. Wir haben uns über das kleine, verletzte Bündel unterhalten und ich hatte schon im Kopf, dass sie sich evtl. nicht mehr bewegen würde, wenn ich zurück komme. Meine Mum sagte auch, dass sie sehr schlecht aussieht und man da wirklich nicht wüsste, ob sie es schafft und ich sollte mir nicht zu große Hoffnungen machen. Falls ihr was passiert, sollte und bräuchte ich mir auch keine Vorwürfe machen. Meine Mama kennt mich eben sehr gut… Als wir zurück kamen und sie doch noch lebte, machte ich mich an die Arbeit. Ich päppel die kleine Elster auf… So gut es geht!

 

Kleine Elster in Not

 

Was frisst so eine Elster eigentlich?

So, nun stellte sich die Frage, was so eine kleine Elster eigentlich frisst. Zuerst habe ich ihr einen Päppelbrei zubereitet. Haferflocken bisschen einweichen lassen, einen halben Apfel dazu und pürieren. Den Brei habe ich ihr dann mit einer Spritze gegeben, die meine Mama im Notfallset der Hunde hatte. Zum Glück. Nestpflege gehört natürlich auch dazu. Also habe ich immer wenn sie ihr “Geschäft” erledigte, sauber gemacht. Nachdem sie einige Male gefressen und “gemacht” hat, schlief sie ziemlich viel und ich hatte Zeit, im Internet zu recherchieren, was Elstern überhaupt fressen. Da stand so viel. Angefangen von zerkleinerten Insekten püriert mit Quark etc. und aufgehört bei Katzenfutter. Da eine Elster ja auch gewisse Nährstoffe benötigt, klang Katzenfutter doch recht gut. Bis mein Mann von der Arbeit kam, damit wir dann Katzenfutter kaufen konnten, gab es eben Brei.

Ein neues Nest muss her…

Ich habe Platzangst bekommen, als ich das Elsterbaby in der Transportbox sah und habe mir überlegt, was ich ihr als größeres Nest anbieten kann. Ein Wäschekorb… Den ausgelegt mit Zeitung und Handtüchern und schon haben wir ein größeres Nest. Gedacht, getan – und sie fand das neue Nest toll.

 

Kleine Elster in Not

 

Die kleine Elster und ihr Futter…

Am Abend sind wir dann ins Nachbardorf gefahren und haben Katzenfutter gekauft. Huhn und Rind und das ohne Schnickschnack oder Saucen. Eine Elster soll keine Sauce essen. Bröckchen reichen und es soll sie satt machen. Die Nährwerte und Inhaltsstoffe sollen stimmen. Und vor allem – wie gebe ich ihr das Futter? Bevor ich sage wie ich es ihr gegeben habe und was ich dafür gekauft habe: Ja, ich weiß! Plastik ist doof, Plastik ist schlecht für die Umwelt! Plastik schadet den Meeren! Plastik schadet den Tieren! Aber: Heute hilft mir Plastik. Somit habe ich Plastiklöffel gekauft. Mit dem Stiel habe ich eine Art “Schnabel” und so kann ich der kleinen Elster auch das Futter geben. Sie lernt übrigens sehr schnell und schluckt schon schön mit, wenn ich ihr den Stiel in den Hals stecke. Hört sich schlimm an, muss aber so sein. Stecke ich den nicht tief genug rein, erstickt sie. So mache ich das auch mit dem Wasser. Ich gebe etwas auf den Stiel und träufle es dann richtig tief in den Hals rein. Die kleine Elster meldet sich übrigens auch, wenn sie Hunger hat. Sie reißt den Schnabel auf und ruft mich.

 

Kleine Elster in Not

 

Morgen gibt es mehr zur “Kleinen Elster in Not”.

 

Deine Yvonne